Tag 1 unseres Projekts an der Eduard-Spranger-Gesamtschule in Reutlingen. Um Punkt 11:20 Uhr stehen wir vor dem Gebäude, ein typisch markanter 60-er Jahre Bau. Der Schulhof bietet allerdings ausreichend Abwechslung: von der Tischtennisplatte bis zur Kletterwand. Inmitten von Schülern unterschiedlichster Altersklassen warten wir Mentoren auf unsere Schützlinge, die Kinder der Medien-AG. Die ein oder andere Erinnerung an die eigene Schulzeit blitzt aus den Tiefen unseres Gedächtnisses hervor.

Nach einer kurzen Kennenlernrunde geht es auch schon los: In Kleingruppen (ein/e Mentor/-in plus zwei bis drei Schüler/-innen) erarbeiten wir zunächst visuelle Selfies auf Papier – eine Vorarbeit für die akustischen Selfies, welche wir anschließend für das Endprodukt Hörspiel erstellen wollen. Wir verteilen uns auf drei Räume, Platz gibt es hier genug. Mit Arbeitseifer und geballter Kreativität wird Papier geschnitten, bemalt und beklebt. Im Zentrum jedes Plakats steht die oder der betreffende Schüler/-in selbst

 

Die Kinder überlegen, was an ihnen besonders und einzigartig ist, was sie auszeichnet, was sie gut beschreibt. Bei manchen Schülergruppen ist es leichter, bei anderen schwerer, der Rolle als Mentor/-in gerecht zu werden.

Kurz vor der Mittagspause werden die Plakate an die Wände geklebt und Colin der Fotograf unter den Schülern lichtet jeden Schöpfer, jede Schöpferin mit seinem / ihrem visuellen Selfie ab.

 

Jetzt wird es ernst, zusammen begeben wir uns auf die Pirsch zur großangelegten „Klangwildjagd“. Ziel ist es, die Selfies auf den Plakaten in Töne umzusetzen. Dabei hat jedes Kind andere Vorstellungen und andere Tonspektren im Sinn, das reicht von Heavy Metal über isländische Zungenbrecher bis hin zu Meeresrauschen. Sie sollen selbst ausprobieren, experimentieren, kreativ sein. Schnell entwickeln sie ein Gefühl dafür, dass manch ein Ton leichter einzufangen ist als ein anderer.

Überall auf dem Schulhof verteilt, sind nun Schülergrüppchen mit einem studentischen Mentor und einem Aufnahmegerät plus Kopfhörer, zu sehen. Bis zur Mittagspause wird alles eingefangen, was sich nicht unhörbar macht.

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Danach geht es an die Laptops, um die Geräusche zu schneiden und zu akustischen Selfies zusammenzufügen. Auch das machen die Kinder unter unserer Beaufsichtigung selbstständig. Rückblickend ist das wohl der anstrengendste Teil: Der Umgang mit Audacity erfordert höchste Konzentration.

 

Am Ende des Tages hat jedes einzelne Kind sein eigenes, ganz persönliches akustisches Selfie. Einige der Produkte hören wir uns sogar noch gemeinsam an.

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